Anti Atom News
Indien lädt US-Erdbebenforscher aus, der vor AKW-Standort warnte
(Quelle: spiegel, von Axel Bojanowski)
Indien
Unerwünschte Warnungen - Ergebnisse verhindern Einreise von Erdbebenforscher
Erdbebenforscher geraten verstärkt ins Visier der Justiz. Kürzlich waren sieben von ihnen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sich vor dem fatale Erdbeben von L'Aquila in Mittelitalien 2009 in fahrlässiger Weise geäußert haben sollen. Der Prozess geht in die Revision.
Jetzt wurde ein weiterer Fall bekannt: Dem angesehenen Seismologen Roger Bilham von der University of Colorado in Boulder, USA, wurde die Einreise nach Indien verweigert. Der Grund sollen seine Studien im westindischen Jaitapur sein, bestätigte Bilham SPIEGEL ONLINE: Der Forscher hatte wiederholt vor starken Erdbeben in Jaitapur gewarnt, wo ein Atomkraftwerk gebaut werden soll.
Weiterlesen: Indien lädt US-Erdbebenforscher aus, der vor AKW-Standort warnte
Tepco gibt tausende bisher unbekannte Bilder frei
(Quelle: tagesspiegel)
Fukushima
Fast zwei Jahre nach dem Atomreaktorunglück von Fukushima veröffentlichte die Betriebsfirma Tepco über 2000 bisher unbekannte Bilder. Sie illustrieren die Katastrophe auf dramatische Weise noch einmal völlig neu.
Foto: afp/tepco
Ungläubig blickende Arbeiter in Schutzanzügen vor überschwemmten zertrümmerten Gebäuden, verwüstete Kontrollzentren und andere Zeugnisse der Trostlosigkeit: Fast zwei Jahre nach dem Atomreaktorunglück von Fukushima veröffentlichte die Betreiberfirma Tepco 2145 Fotos, die die dramatischsten Momente der Katastrophe illustrieren. (...)
tagesspiegel Artikel: Tepco gibt tausende bisher unbekannte Bilder frei
Bilddokumente:
- Photos and Videos Library: http://photo.tepco.co.jp
Pressespiegel über das Referendum in Bulgarien
(Quelle: tagesschau.de)
Referendum zu AKW-Bau scheitert - Bulgaren bleiben zu Hause
Bulgarien
Das erste Referendum in Bulgarien seit Ende der kommunistischen Ära über den Bau eines Atomkraftwerks ist offenbar gescheitert.
Wegen heftiger Schneestürme blieb die Beteiligung der Bevölkerung mit rund 20 Prozent zu gering, wie aus zwei Nachfahlbefragungen hervorging. Damit wurde die für ein bindendes Ergebnis vorgeschriebene 60-Prozent-Hürde klar verfehlt. Nun muss das Parlament über den Bau entscheiden.
Von den Bürgern, die teilnahmen, stimmten etwa 60 Prozent für ein neues Atomkraftwerk bei der Stadt Belene an der Donau. Es handelt sich um ein Projekt mit Russland. Der deutsche Energiekonzern RWE war Ende 2009 wegen der unklaren Finanzierung aus dem Projekt ausgestiegen. Die bürgerliche Regierung in Sofia hatte das Projekt 2012 beim russischen Lieferenten Atomstroiexport storniert - der Endpreis von mehr als zehn Milliarden Euro war für das ärmste EU-Land untragbar hoch. (...)
Französische Truppen schützen Uran-Mine
(Quelle: Reuters)
Uran-Minen
Spezialeinheiten der französischen Armee sollen die Uran-Minen des staatseigenen Energiekonzerns Areva in Niger bewachen.
Französische Militärkreise bestätigten am Donnerstag einen Bericht des Magazins «Le Point», wonach Spezialkräfte zu den Minen in Imouraren und Arlit verlegt würden. Islamisten hatten nach der französischen Intervention in Mali damit gedroht, französische Einrichtungen in der Sahel-Zone anzugreifen. In Algerien stürmten die Extremisten ein Gasfeld und nahmen Geiseln; bei einem Angriff der algerischen Truppen wurden mehrere ausländische Geiseln und Geiselnehmer getötet.
Areva beutet seit fünf Jahrzehnten die Uran-Minen in Niger aus. Von dort stammt ein Grossteil des Urans für die französischen Atomkraftwerke. Areva ist der größte Einzelinvestor in Niger und hat dort 2700 Angestellte. Der Konzern plant, ein drittes Bergwerk in Imouraren zu eröffnen.
Gericht kippt Wannsee-Flugrouten
(Quelle: rbb aktuell, von Rainer Lechner)
Atom-Forschungsreaktor-Wannsee
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am Mittwochabend die Flugrouten des künftigen Flughafens BER über den Wannsee vorerst gekippt.
Das Gericht führte zur Begründung das Sicherheits-Risiko bei einem möglichen Flugzeugabsturz auf den atomaren Forschungs-Reaktor des Helmholtz-Zentrums in Berlin-Wannsee an. Diese Möglichkeit sei bei der Ausarbeitung der Route nicht ausreichend geprüft worden.
Das Bundes-Aufsichtsamt für Flugsicherung hatte die Routen für den künftigen Flughafen vor einem Jahr festgelegt. Gegen die Flugrouten über den Wannsee hatten Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf sowie die Umwelthilfe und mehrere Privatpersonen geklagt.
Artikel: http://www.rbb-online.de/rbbaktuell/...
Weitere Meldungen:
Entgleister Uranzug war auch mit einem Castorbehälter beladen
(Quelle: Cécile, blog.eichhoernchen.de)
Atomtransport
Nach Informationen französischer AtomkraftgegnerInnen und Gewerkschlafter von SUD-Rail war der entgleiste Uranzug auch mit einem Castorbehälter beladen.
Castorbehaelter Saint-Rambert d'Albon, janv. 2013
Die Informationen über den am Montag entgleisten Atommüllzug sickern nur langsam durch. Dank der Bemühung von AtomkraftgegnerInnen und der französischen Eisenbahngewerkschaft SUD-Rail werden nun Details bekannt. Seitens der für den Transport verantwortlichen Firma AREVA wurde stets kommuniziert, es habe keine Gefahr bestanden, Uranoyd sei sehr schwach radioaktiv. Nun wurde bekannt, dass der Zug nicht nur mit Uranoxyd beladen war: Ein Castorbehälter mit hoch strahlendem Müll war Teil des Convois.
Weiterlesen: Entgleister Uranzug war auch mit einem Castorbehälter beladen
Uranzug nach Almelo/Gronau in Frankreich entgleist
(Quelle: Anti Atom Netzwerk)
Urantransport
Zur Zeit ist noch nicht sicher bestätigt, ob der Zug mit dem Ziel nach Deutschland (UAA Gronau) oder Holland (UAA Almelo) unterwegs ist, beide werden von der Urenco betrieben.
Sein Ziel kann nach Angaben des BBU auch das zentrale "Zwischenlager" der COVRA sein, das "Zwischenlager" für Uranoxid in Gronau soll erst 2014 in Betrieb gehen. Gestartet ist der Zug anscheinend in Tricastin (AKW Standort in Südfrankreich, die UAA von Pierrelatte ich gleich nebenan) und er ist wahrscheinlich mit Uran-Oxid (U3O8) beladen, was etwas stabiler als Uranhexafluorid (UF6) ist, womit zahlreiche Transporte zwischen Frankreich und Deutschland beladen sind.
Der Unfall ereignete sich in Saint-Rambert d'Albon (Drôme-Departement in Südfrankrieich) gegen 17:30 Uhr am Montag. In einer Mitteilung spricht die Firma AREVA von "erreur mécanique". Ursache für die Entgleisung soll die Fehlstellung einer Weiche bei Rangierarbeiten gewesen sein, es wurde laut AREVA anscheinend keine Radioaktivität freigesetzt.
Weitere Infos:
Peter Altmaier in Lüchow - Unsere Forderungen: Ehrliche Endlagersuche statt Gorleben-Lüge!
(Quelle: von Angelika Blank, wendland-net)
Gorleben
Altmaier: Bundesweite Endlagersuche im Konsens
Foto / Björn Vogt : Bundesumweltminister Altmaier sah sich bei seinem Besuch in Lüchow flugs von rund einhundert Demonstranten umringt.
Zu einer inhaltlichen Positionierung wollte Bundesumweltminister Altmaier sich bei der nachmittäglichen Pressekonferenz im Lüchower Gildehaus nicht hinreißen lassen – bei der Suche nach einem geeigneten Endlager für atomaren Müll müssten aber auch andere Bundesländer einbezogen werden.
Rund 150 GorlebengegnerInnen hatten den Minister am Montag Nachmittag vor dem Gildehaus erwartet. Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Parteien und Anti-AKW-Initiativen machte vor mehreren Dutzend Journalisten deutlich, worum es ihnen bei der Endlagerproblematik geht: einig waren sie sich darin, dass einen gesellschaftlichen Konsens geben müsse, wenn es um die Frage eines Endlagerstandorts geht. „Lug und Trug müssen endlich aufhören“, forderte zum Beispiel Martin Donat, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz.
Bundesregierung will weiter für Bau von AKWs im Ausland bürgen
(Quelle: der Spiegel)
Atombürgschaft
Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» auch in Zukunft mit deutschen Steuergeldern für den Bau von Atomkraftwerken im Ausland bürgen. Das gehe aus einem Schreiben an den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung hervor, das bald verschickt werden solle, berichtet das Blatt in seiner neuesten Ausgabe.
Das Gremium, das die Nachhaltigkeitsstrategie der Regierung parlamentarisch begleitet, hatte sich Ende 2012 dafür ausgesprochen, angesichts des deutschen Atomausstiegs keine Hermes-Bürgschaften für Kernkraftwerkprojekte im Ausland mehr zu vergeben. Der «Spiegel» zitiert nun aus dem Brief von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), dass man an der bisherigen Förderpraxis festhalte, weil die Energiewende nur «die nukleare Stromerzeugung im Inland betrifft».