Anti-Atom-Berlin


URAN-UTANRedebeitrag vom URAN-UTAN (AAP)

Zehn Jahre nach Fukushima: Rede vom URAN-UTAN gehalten auf der Demo am 06.03.2021
in Berlin

 

Wir gedenken heute mit Trauer, aber auch mit Wut, der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor 10 Jahren.
Die Explosionen und Kernschmelze dreier Reaktorblöcke mit anschließender Verstrahlung von Luft, Land und vor allem Wasser in der Region nördlich von Tokio. Durch diese waren tausende Menschen gezwungen ihre Häuser fluchtartig zu verlassen. Es ist das Resultat einer Idee von Naturbeherrschung, wie sie auch in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft sichtbar wird. Dazu kommt, dass viele Leute für die Aufräumarbeiten verheizt wurden. Ihr Leben und ihre Gesundheit fanden dabei keinerlei Berücksichtigung.

Auch nach 10 Jahren ist die Situation im AKW Fukushima weit davon entfernt unter Kontrolle zu sein: Es gibt zwar Ideen, wie die geschmolzenen Reaktorkerne geborgen werden sollen, jedoch scheiterten bisher alle konkreten Versuche. So wird das Grundwasser rund um die Reaktoren mit hohem technischen aufwand in Tanks aufgefangen, da es stark radioaktiv belastet ist. Jetzt stehen mehr als 1000 riesige Tanks auf dem Gelände. Und da dafür nun kein Platz mehr ist, soll das mit Tritium verstrahlte Wasser in den sowieso schon am stärksten vom Fallout belasteten Pazifik abgelassen werden. Absurd! In der Region Fukushima werden bei Messungen immer wieder Hotspots mit hoher Strahlenbelastung gefunden und obendrauf sollen die olympischen Sommerspiele dieses Jahr auch in der Region Fukushima stattfinden - Hä?!

Auch hierzulande passiert viel Mist. Nicht nur das der sogenannte Atomausstieg einen Weiterbetrieb von AKW in Deutschland bis 2022 sicherstellt, ist Mist. Zusätzlich bekommen diejenigen, die uns ungefragt mit Atommüll versorgen und daran schon sehr gut verdienen, auch noch Milliarden von der Regierung als Entschädigung in den Rachen geworfen.

Der japanische Energiekonzern Tepco ist nach der Reaktorkatastrophe verstaatlicht worden. Wie soll eine Aktiengesellschaft auch diese Kosten tragen? Mit einem Reaktorunfall lässt sich auch kein Gewinn mehr machen und den Aktionär*innen können keine Dividenden mehr ausgeschüttet werden.

Im Umgang mit Atomtechnologie lässt sich ein Prinzip der Privatisierung von Gewinnen und der Vergesellschaftung von Verlusten und Altlasten beobachten, was den real existierenden Kapitalismus kennzeichnet.

Solange alles gut läuft, sind die Stromversorgung und auch die daraus resultierenden Gewinne die Sache privater Unternehmen. Geht etwas schief, sind die Verantwortlichen schwuppdiwupp raus aus der Sache und der Staat springt ein. Das ist bei den Folgen vom Kohlabbau genau so. Oder beim deutschen Uranabbaugebiet - Wismut. Und den von den Atomkonzernen produzierte Atommüll hat die Menschheit auch Millionen Jahre am Hacken. Die Kosten dafür sind nicht zu beziffern.

Die Atomkonzerne - RWE, EON, Vattenfall und wie sie alle heißen, wollen sich aber jetzt gerne einen grünen Anstrich geben. Sie taufen sich um - spalten sich ab - und täuschen Nachhaltigkeit vor.

Atom als Klimaretter ??

Aber wir wissen nicht erst seit dem GAU in Fukushima, dass Atomkraft scheiße ist. Es ist ein Auch nach 10 JahrenUrananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen. Aber eine atomkritische Öffentlichkeit ist auch das Ergebnis des langen Kampfes gegen Atomkraft, auf der Straße, auf den Schienen, aber eben auch durch Gutachten und Studien kritischer Wissenschaftler*innen.

Wir denken aber, dass wir um diese atomkritische Positionierung der Öffentlichkeit in Zukunft stärker kämpfen müssen. Denn die Atomkonzerne und ihre Lobyist*innen und UnterstützerInnen wollen die Debatte um den Klimawandel nutzen, um AKW als klimafreundlich und relativ emmissionsarm darzustellen. Wobei so Sachen wie der Uranabbau, die Transporte und die Lagerung regelmäßig ausgeblendet werden.

Für uns ist klar: Kohle ist der Klimakiller Nummer 1, der Kohleausstieg muss genauso kommen wie der Atomausstieg. Beide Technologien haben viele Gemeinsamkeiten. Die Kohlebagger in der Lausitz fressen die Landschaft und zerstören die Natur. Ganz ähnlich die Atomkraft. Der Uranabbau vergiftet Landschaften, in Australien, Namibia und anderswo.

Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen. Atomkraft ist keine Lösung der Klimakrise. Wir wollen den Systemwandel zur sozial-ökologischen Wirtschaft jenseits des Kapitalismus. Uns ging es nie einfach nur um die Stilllegung von Atomkraftwerken. Von Anfang an war unsere Kritik an Atomanalgen auch verbunden mit dem Traum von einer ganz anderen Gesellschaft - solidarisch, nachhaltig, schön halt... Dafür kämpfen wir.

Und für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!

Am 1. Juni 1988 trat der im Dezember 1987 von US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow unterzeichnete Vertrag über die „Intermediate-range Nuclear Forces“ (INF) in Kraft. Beide Seiten verpflichteten sich zur Vernichtung ihrer atomaren Mittelstreckenwaffen, womit die Bedrohung Europas und großer Teile Russlands durch einen Atomkrieg abnahm.

Aktuell werfen sich die USA und Russland gegenseitig vor, durch neu entwickelte Waffen gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Anfang Februar 2019 kündigte US-Präsident Donald Trump den Vertrag. Der russische Präsident Wladimir Putin setzte ihn daraufhin ebenfalls aus. Nach der sechsmonatigen Kündigungsfrist droht dem INF-Vertrag im August 2019 die endgültige Auflösung: Es könnte zu einem kostspieligen Wettrüsten kommen. Die Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen in Europa wäre möglich.

 

Am Samstag, dem 9. März 2019, kamen ein paar Hundert Aktivist*innen vor dem Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz um 12 Uhr anlässlich des Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima zusammen, um mit den japanischen Aktiven in Berlin an die unverantwortliche Atomkatastrophe vor 8 Jahren zu erinnern, und gleichzeitig deutlich zu machen, dass die Kernenergie weiterhin eine große Gefahr für die Menschheit darstellt.

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Bildquelle: blog.greenpeace-energy.de

 

Fukushima mahnt: Atomausstieg weltweit!

Ab 12 Uhr Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor

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Nach einem starken Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami am 11. März 2011 folgte eine der schwersten Katastrophenserien in einem Atomkraftwerk weltweit.
Die Atomkatastrophe von Fukushima zeigte überdeutlich, dass auch hochindustrialisierte Staaten einen sicheren Betrieb von Atomkraftwerken nicht beherrschen können. Solange Atomkraftwerke auf der Welt betrieben werden, kann sich eine solche Atomkatastrophe jederzeit wiederholen.

Treck vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter-Lebenstedt zur Bundesgesellschaft für Endlagerung in Peine

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Die Inbetriebnahme von Schacht KONRAD ist inzwischen auf 2027 verschoben. Das Projekt dauert immer länger und wird dadurch ständig unsicherer. Denn die Lücke zwischen heutigen Sicherheitsanforderungen an ein Atommülllager und dem was in KONRAD zusammengebaut wird, wird immer größer. Es ist absurd und gefährlich, dass an einem falschen und offensichtlich nicht umsetzbaren Projekt festgehalten wird, nur weil es dafür eine Genehmigung gibt. Gleichzeitig kommt die Rückholung des Atommülls aus der ASSE nicht voran obwohl die Zeit davon läuft. Deshalb rufen wir auf, am 20. Oktober mit uns zusammen mit einem Treck vom BfS zur BGE aufzubrechen - verbunden mit der klaren Forderung, die Kapazitäten der BGE auf den Schachtneubau an der ASSE zu konzentrieren und das sinnlose Projekt KONRAD endlich aufzugeben.

Der Treck soll bunt werden, die Vorbereitungen laufen.

Aktionsseite: www.anti-atom-treck.de

 

Hier der Aufruf: ASSE leerräumen - KONRAD ausgeben (pdf)


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