Anti-Atom-Berlin


Einige Gedanken eines Mitglieds von Anti Atom Berlin und von 3 NGO’s zur Pressemitteilung des BMWK bezüglich der Umsetzung der AKW Einsatzreserve:

https://www.bmwk.de/.../Pressemitteilungen/2022/09/27-Habeck und Betreiber legen Konzept zur Umsetzung der AKW-Einsatzreserve vor

Der Atomausstieg für Deutschland ist seit Jahren bekannt. Trotzdem hat es Frankreich mit seinen AKW nicht hinbekommen, die Energieversorgung in ihrem Land so zu gewährleisten, dass sie auf unsere Energielieferungen verzichten können? Und darüber könnte es zu Netzengpässen in Süddeutschland kommen, heißt es.

„Dabei spielt vor allen die Versorgungssituation in Frankreich eine große Rolle.“ steht in der Pressemitteilung.
Die französischen AKW leiden im Sommer an mangelndem Kühlwasser und im Winter heizen 35 Prozent der Haushalte mit Atomstrom. Wegen Wartungsarbeiten der maroden AKW ist etwa die Hälfte aller AKW abgeschaltet. Viele haben „unvorhergesehene Korrosionsschäden“ oder Risse. Materialermüdung nach so vielen Jahren, dauernde Strahlenbelastung? Es gab schon oft Zukäufe aus dem Ausland, nur jetzt wird eine Laufzeitverlängerung - vorerst nur für ein Quartal - damit begründet.

Am 02.09.22 berichtet die Tagesschau (https://www.tagesschau.de/...Frankreich bangt um Stromversorgung ) über mögliches Vorgehen in Frankreich für den kommenden Winter:
Das gefürchtete Wort Rationierung hatte kürzlich erstmals Premierministerin Elisabeth Borne bei einer Rede vor dem Arbeitgeberverband in den Mund genommen: "Jedes Unternehmen muss aktiv werden und noch im September seinen eigenen Energie-Sparplan vorlegen", mahnte Borne an. "Wenn die Unternehmen sich nicht verantwortungsbewusst zeigen, werden wir im Winter gezwungen sein, einen geringeren Verbrauch vorzuschreiben. Und wenn wir rationieren müssen, wären die Unternehmen als erste betroffen."

Auch Privathaushalte könnten in letzter Konsequenz betroffen sein - die Premierministerin schließt nicht aus, dass die Verbraucher zur Not zwei Stunden am Tag auf den Strom aus der Steckdose verzichten müssen.
- Könnte eine Rationierung auch für Süddeutschland kommen? Schließlich wurde in Bayern der Netzausbau bewusst verhindert und der Ausbau von Windkraft behindert. (https://www.riffreporter.de/de/umwelt/erdgas-atomkraft-laufzeit-verlaengerung-umfragen-politik-argumente-muenchen-isar-2 )

- Frankreich könnte Strom einsparen. Ist die Netzstabilität nun der Grund den Atomausstieg zu kippen?
Ein Vorschlag um den sehr - je nach Lesart des Stresstestes- un-/ wahrscheinlichen Black out zu verhindern kommt von .ausgestrahlt:
Es darf nur noch der Strom exportiert werden, dessen Transport auch sichergestellt ist. Statt den Weiterbetrieb gefährlicher AKW vorzubereiten, sollte Habeck besser den Markt der Physik anpassen und Stromexport nur noch in dem Maße erlauben, in dem auch Leitungen dafür zur Verfügung stehen. Dies würde die Netzsicherheit erheblich verbessern.“

Olaf Bandt*, Vorsitzender des BUND: schreibt:
„Die angekündigte Novellierung des Atomgesetzes lehnt der BUND strikt ab, da sie Tür und Tor öffnet für weitere Laufzeitverlängerungen. Der Stresstest hat gezeigt, dass ein Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke die Energiesicherheit weder in Deutschland noch in Frankreich qualitativ verbessern wird. Der Streckbetrieb wird eine Strommangellage nicht entscheidend abwenden, er wird die Sicherheitslage in Deutschland aber deutlich verschlechtern. Zudem verstößt das weitere Hinauszögern der Periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ), die hochriskante Atomkraftwerke auf Herz und Nieren prüfen soll, eindeutig gegen europäisches Recht. Atomkraftwerke bedeuten ein permanentes Sicherheitsrisiko.

Das AKW Neckarwestheim weist bereits problematische Rissbildungen auf. Zum Zustand des AKW Isar 2 ist wenig bekannt, doch die Äußerungen der zuständigen E.On-Tochter über Ventilprobleme steigern nicht gerade das Vertrauen in die Anlage. Zur Bewältigung der Energiekrise braucht es konsequente Energiesparmaßnahmen und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.“
der Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace wird bei rnd zitiert:
https://www.rnd.de/politik/sollten-akw-im-winter-weiterlaufen...

„Es ist und bleibt energiepolitischer Unsinn, den gesetzlich festgelegten Atomausstieg zum 31. Dezember 2022 auszuhebeln. Die Strommangellage in Frankreich durch Abschaltung zahlreicher AKWs zeigt, wie unzuverlässig Atomenergie ist. Daneben besteht das Risiko katastrophaler Atomunfälle.“

Doch es ist vereinbart, gesetzlich geregelt und seit langem zugesagt: Ende 2022 ist Schluss mit der Laufzeit der AKW in Deutschland. Und dabei muss es bleiben.

 


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